Unsere Karli

Die Karl-Liebknecht-Straße (umgangssprachlich Karli) ist eine bedeutende Straße in Leipzig, die sich vom südlichen Stadtzentrum nach Süden zieht. Die etwa 2,5 Kilometer lange Straße erstreckt sich als Fortsetzung des Peterssteinwegs vom Abzweig der Emilienstraße im Stadtgebiet Zentrum-Süd über die Südvorstadt bis zum Connewitzer Kreuz in Connewitz.

Die Karl-Liebknecht-Straße entstand während des Baubooms Ende des 19. Jahrhunderts beziehungsweise um 1880. Davor befand sich hier ein weniger stark befestigter Weg, der dem Verlauf der heutigen Kochstraße folgte. Der Weg verband die Leipziger Innenstadt mit Alt-Connewitz.

Der nördliche Straßenabschnitt bis zum Südplatz bestand schon im Mittelalter und war Teil der Via Imperii. Bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts hieß dieser Abschnitt Connewitzer Chaussee und von 1839 mit dem Ausbau der Südvorstadt bis 1933 hieß er Zeitzer Straße. Bis 1856 stand an seinem südlichen Ende das „äußere Peterstor“ („Zeitzer Tor“). Der sich anschließende Straßenabschnitt stadtauswärts ab Schenkendorfstraße hieß von 1874 bis 1933 Südstraße.

Die Zusammenlegung beider Straßen erfolgte 1933; dabei wurde sie am 29. März 1933 in Adolf-Hitler-Straße, am 18. Mai 1945 unter US-amerikanischer Besatzung wieder in Südstraße umbenannt. Am 1. August 1945 erhielt die Straße nun unter sowjetischer Besatzung nach dem Leipziger KPD-Mitbegründer Karl Liebknecht (1871–1919) ihren heutigen Namen. Sein Geburtshaus befand sich in der Braustraße 15, einer Nebenstraße der Karl-Liebknecht-Straße. Liebknecht hatte später auch im Haus Südplatz 11, heute Karl-Liebknecht-Straße 69, gewohnt. Wegen der drei Umbenennungen innerhalb kurzer Zeit erhielt die Straße von der Leipziger Bevölkerung die scherzhafte Bezeichnung „Adolf-Südknecht-Straße“.

Nach der Wende wurde im November 2002 vorgeschlagen, der Straße den Namen „Straße des 17. Juni“ zu geben. Das lehnte die Mehrheit der Leipziger Bevölkerung jedoch ab.

Um 2000 entwickelte sich besonders in dem Teil der Karl-Liebknecht-Straße zwischen Südplatz und Kurt-Eisner-Straße ein reichhaltiges Angebot an Restaurants und Cafés mit zahlreichen straßenseitigen Freisitzen, was auch zum Begriff einer „Kneipenmeile“ führte.

Weitere Bezeichnungen der Leipziger für die Straße sind „Südmeile“ oder kurz „Karli“.